Einer meiner Freunde hat sich zum Beginn des Ruhestandes ‘nochmal ein neues Auto’ gekauft. Man gönnt sich ja sonst nix, mit einigem Zubehör aus dem Komfortprogramm. Ein Diesel sollte es sein und mit Feinstaubfilter, denn er wollte auch was für die Umwelt tun. Diesel sagte man ihm zu, Filter sei noch nicht lieferbar, aber bald nachrüstbar für dreihundert, vierhundert Euro. In dieser Erwartung wurde das Auto gekauft und natürlich gefahren.

Schnell waren drei Jahre um, die erste Hauptuntersuchung (HU) ist fällig. Nach knapp 40.000 km ist alles picobello, wie nicht anders zu erwarten.
Der Prüfer witzelt, daß die Motorabdeckung etwas staubig sei.
Dann kommt die Abgasuntersuchung (AU). Unser Freund wundert sich, seit wann das denn bei Dieseln gemacht werde. Noch nicht so lange, ist die Antwort, das Meßverfahren sei lange umstritten gewesen, sei es eigentlich noch immer.
Eine Sonde wird in den Auspuff geklemmt wie beim Benziner, ein paar Kontakte unter der Haube angeschlossen, deren Leitungen alle zum Testcomputer führen.
Beim Start des Programmes erscheint zunächst ein roter Balken, der nach kurzer Zeit bei Vollgas auf Grün wechseln soll. Der Prüfer tritt durch bis aufs Bodenblech, der Motor heult ohne Last weit über den zulässigen Drehzahlen (sagt das Ohr). Der Balken auf dem Bildschirm wird größer, aber nicht grün. Nach Minuten bricht der Prüfer den Test ab und schlägt vor, den Motor auf der nahen Autobahn heiß zu fahren. Gesagt, getan.  Zwanzig, dreißig Minuten später  ein neuer Test, gleiches niederschmetterndes Ergebnis. „Da kann man am Motor nichts einstellen, da brauchen Sie einen anderen Motor – oder einen Filter.“
Es ist kurz vor Dienstschluß, Feierabendverkehr. Kulant schlägt man ihm vor, früh am nächsten Morgen wiederzukommen, aber vorher den Motor so fünfzig, sechzig Kilometer ganz heiß zu fahren.

Am nächsten Morgen werden wieder Kontakte am Patienten befestigt, die Sonde ins Abgas gesteckt, die über ein dickes, schlauchähnliches Gummikabel über einen Aktenkoffer-großen Kasten und von dort über ein weiteres Kabel an den Rechner angeschlossen ist.

Gespannt folgt unser Freund dem Procedere und schaut gebannt auf den Balken auf dem Bildschirm. Resultat: der Balken ist rot und rot bleibt er- kein Wechsel auf Grün.
Der Prüfer denkt nach, kratzt sich am Hinterkopf. „Jetzt gibt es nur noch eine Chance …“ Er bückt sich, öffnet diesen Aktenkoffer, schraubt zwei optische Linsen ‘raus, putzt sie, baut sie wiederein.
Er startet den Test erneut und – wie von Engelshand geleitet – wechselt der Balken auf dem Bildschirm von Rot auf ein frisches grünes Grün ! 
AU bestanden !

Was war’s ?
In der kofferähnlichen Einheit wird die Lufttrübung durch das Abgas gemessen. Wenn also vorher ein „Raucher“ getestet wurde, kann die Optik so beschlagen sein, daß Sie auch mit einem sauberen Motor durchfallen – sofern nicht jemand rechtzeitig die Optik putzt !

Was ist zu tun ?
Im Zweifelsfalle bestehen Sie also auf „Brille putzen“ !

Sofern Sie diesen Tip an befreundete Dieselfahrer weitergeben wollen, ist hier der Link: http://hurra50plus.wordpress.com/auto-und-verkehr/so-kommt-ihr-diesel-doch-durch-den-abgastest-au/