Schmeckt nicht nur zu Halloween

Seitdem ich in meiner Jugend Gelegenheit hatte, Kürbiskompott, Kürbisgemüse und Kürbissuppe zu probieren, habe ich um Speisen mit Kürbisgehalt einen großen Bogen gemacht. So reizvoll diese großvolumigen Früchte auch aussehen, ihr Geschmack ist einfach fad.
Und da ich mir nicht gerne meine Vorurteile vermiesen lasse, habe ich mich auch nicht in ein Gespräch gemischt, das sich im vorigen Herbst zwischen meiner Frau und deren Schwiegermutter ergab:

„Beim Kaufmann haben sie jetzt lustige kleine Kürbisse, leuchtend orange, nicht größer als eine Charantais-Melone, Hokkaido-Kürbis heißt das.“
„Oh, dazu habe ich ‘grad ein Rezept von meiner Freundin geschickt bekommen, das soll phantastisch schmecken, das muß ich unbedingt ausprobieren!“

Die Dinge entwickelten eine gewisse Eigendynamik, und ich kam erst wieder ins Spiel, als es galt, die Außenhaut zu durchbrechen, die sich als mittelschwere Panzerung darstellt, und den Kürbis in handliche Stücke (und nach dem Putzen in Würfel) zu zerlegen. (Ich war höchst verblüfft, als ich hörte, daß der Hokkaido-Kürbis nicht geschält werden muß, weil sich seine Schale beim Kochen auflöst.)

Als Dank für meine Mithilfe durfte (mußte) ich gleich einen Löffel von der Kürbis-Creme-Suppe probieren. Es blieb nicht bei dem einen, und seitdem bin ich als konvertiert anzusehen (zumindest was Kürbis anbetrifft).
Aus diesem Grund gebe ich anschließend auch das genannte Kürbis-Rezept weiter.

Tja, und vor lauter Begeisterung habe ich dann selber einen solchen orangeroten Kürbis gekauft und meine Angetraute zu einer Wiederholung des Rezepts genötigt.
Bei meinem Teil der Arbeit habe ich dafür gesorgt, daß nichts von den Kürbiskernen verlorenging, habe sie von dem umgebenden Fasermaterial befreit, sie gewaschen und in Küchenkrepp getrocknet.

Im März habe ich solche Sechsertrays (wie sie in Supermärkten mit Kleinpflanzen angeboten werden) mit Anzuchterde gefüllt und je zwei Kerne eingelegt. Das habe ich im April wiederholt, aber im Mai waren alle Pflänzchen gleich weit entwickelt.
Nach dem 15. Mai (Eisheilige) habe ich die Pflänzchen in Eimern und in Gartenbeeten an verschiedenen Stellen ausgepflanzt. Am besten sind diejenigen geraten, die ich auf den frischen Komposthaufen gesetzt hatte. Sie sind praktisch explodiert, haben eine benachbarte Eibe als Kletterhilfe mit ihren Ranken überzogen.

Kürbisblüten, links & mitte männlich, rechts weiblich

Zunächst am Boden gibt es nur männliche Blüten, attraktiv zu fotografieren und ein Magnet für Bienen und Hummeln, die die Blüte gar nicht mehr verlassen mögen und darin am liebsten übernachten würden. Später kommen die ähnlich aussehenden leuchten gelben weiblichen Blüten von 6 bis 8 cm Durchmesser, die am schon vorhandenen Fruchtansatz zu erkennen sind. Von dem Tag an kann man fast zuschauen, wie die Früchte immer größer werden, dabei die Farbe von Blaßgelb bis leuchtend Orange verändern. Blüten und Früchte sind ein Genuß für die Augen, die großen behaarten, flaschengrünen Blätter geben einen prächtigen Rahmen dafür.

Kürbisfrüchte

Gestern habe ich die ersten Früchte abgenommen und gewogen: 1100, 1200 und 1350 Gramm das Stück.

… und damit beginnt die Geschichte von vorn !

Und hier kommt noch das versprochene Rezept:

Kürbis-Creme-Suppe

Das wird gebraucht:

1 Hokkaido-Kürbis
2 Zwiebel, mittelgroß
1 EL Butter oder Kochmargarine
1 TL Zucker, gern brauner oder Rohrzucker
200 ml Sahne
750 ml Gemüsebrühe (3/4 Liter)
2 Eigelb
jeweils eine Prise
              * Muskatnuß, gerieben
              * Nelkenpulver
Pfeffer
2 EL Petersilie, gehackt

So wird’s gemacht:

Den gewaschenen Kürbis zerlegen (Brotmesser),
die Kerne und umgebenden Faserstoff entfernen
                                   (dabei die Kerne zur Seite legen),
nun die großen Kürbisstücke zu Würfeln schneiden.

Zwiebeln schälen und sehr fein würfeln,
Butter oder Margarine im Topf zerlassen und
Zwiebeln darin andünsten, Zucker zugeben,
mit Zwiebeln verrühren.
Gewürfelte Kürbisstücke dazugeben,
Gemüsebrühe darübergießen.
Das alles bei bei mäßiger Hitze in geschlossenem Topf
eine Viertelstunde köcheln lassen,
anschließend Suppe pürieren.
Dann Sahne mit den Eigelben verquirlen und
in die nicht mehr kochende Suppe geben.
Verrühren, bis die Suppe cremig wird.
Würzen, abschmecken, mit Petersilie bestreut servieren.

Guten Appetit !

(Nur wenn es Ihnen geschmeckt hat, diesen Link an Freunde weitergeben:
http://hurra50plus.wordpress.com/kochen-und-backen/hokkaido-creme-suppe/ )