Den ganzen Vormittag hatte unsere alte Freundin damit verbracht, liebevoll ein Weihnachtspäckchen zu packen, alles schön in Geschenkpaper, mit Schleifchen und Kärtchen.
Sorgfältig hat sie jedes freie Plätzchen genutzt und gefüllt,
dabei aufgepaßt, daß das Gewicht von zwei Kilo nicht überschritten wird.
Sie malte sich schon aus, wie ihre alte Brieffreundin im fernen Westfrankreich sich darüber freuen wird.

Wir kamen gerade recht bei ihr vorbei, um das Päckchen zur nächsten Annahmestelle zu bringen. Wir bekommen das Porto ( 8,60 € ) in die Hand gedrückt, alles hat die alte Dame gewissenhaft aus dem hundertseitigen Gebührenheft der Post „Leistungen und Preise“  herausgesucht.
Seit die nahe Postfiliale mit den beiden netten Postlern vor zwei Jahren geschlossen wurde, dient ein kleiner Schreibwarenladen -gut doppelt so weit- als Annahmestelle.

Eine halbe Stunde bevor der tägliche Abtransport der Sendungen erfolgt, stehen wir in der Schlange. Schließlich kommen wir dran: „Das geht nicht als Päckchen!  Als Paket nach Frankreich macht das siebzehn Euro!“
Wir protestieren, die Schachtel wiegt keine zwei Kilo. „Das stimmt zwar, aber die Maße sind überschritten: 60 x 30 x 15 cm sind maximal erlaubt. Sie haben hier 43 x 32 x 11 cm, das sind zwei Zentimeter zuviel. Siebzehn Euro ! Nicht ? Dann der Nächste bitte !“

Bei Comic Strips kämen jetzt Sprechblasen mit Totenköpfen und dicken Kugeln mit brennenden Zündschnüren ….

Wir sind überzeugt, daß unsere Freundin genau recherchiert hat, haben aber nichts in der Hand. Ein Tag ist verloren, ein Tag um den das Päckchen vielleicht zu spät für Weihnachten ankommt.

Zurück bei unserer Freundin zeigt die uns das Tarifheft, Seite 60.

Für Päckchen nach Deutschland (zu 3,90 € ) gelten die Höchstmaße von maximal 60 x 30 x 15 cm. Für Deutschland !  Die Höchstmaße International ( 8,60 €) sind: L + B + H = 90 cm, keine Seite länger als 60 cm.
Unser Päckchen mit 43 + 32 + 11 = 86 cm lag also noch unter der Grenze.

So verdient die Post hervorragend, wenn statt 8,60 € gleich 17.- € rein kommen. Ich will gar keinen bösen Willen unterstellen, aber oft sind die Leute in solchen Läden wohl doch überfordert.

Bleibt zu empfehlen:
Holen Sie sich das Gebührenheftchen, vergleichen Sie schon zu Hause,
halten Sie den Leuten in solchen Läden die passende Seite unter die Nase !

Geben Sie Freunden diesen Tip und schicken Sie ihnen diesen link: http://hurra50plus.wordpress.com/rat-und-tat/statt-vorfreude-arger-beim-paketversand/

Gut zu wissen:
Inzwischen hat die Post nicht alle, aber doch einige Tarife erhöht. Seit dem 01. Januar 2010 gilt also schon wieder ein neues Heft „Leistungen und Preise“.  Sofern Sie das noch nicht haben, schauen Sie notfalls vorher unter www.deutschepost.de/preise